Case Study

Nachhaltige Zahnbürsten aus altem "Frittenfett"? What's next?

Produkte herzustellen ist noch spannender geworden. Warum? Verbraucher fragen immer mehr umweltfreundliche Produkte nach. Das treibt den Erfindergeist an. Eine der bedeutendsten Innovationen in diesem Feld ist die Herstellung von Kunststoffen und Chemikalien aus Alternativen zu fossilen Brennstoffen.

18. Oktober 2023 | Timer icon 4 Minuten Lesedauer | Case study teilen: LinkedIn logo Email icon

 
Wie unsere Partner von diesem Markttrend profitieren? Für einen IMCD Advanced Materials Kunden hat diese Innovation die Form einer Zahnbürste. Anders als herkömmliche Modelle sollte diese spezielle Zahnbürste aus biobasierten Materialien bestehen.
 
Im Einklang mit dem wachsenden Markt für einen nachhaltigen Lifestyle wollte der Kunde ein Produkt mit hoher Bio-Zirkularität und geringem CO2-Fußabdruck für die Gesundheitsbranche entwickeln. 
 
Finden Sie heraus, welche Anforderungen wir an das Material stellen und warum biobasierte Polymere in kunststoffintensiven Branchen zur Nachahmung aufrufen!

Voraussetzungen 

Ausgangspunkt war die Frage: Gibt es ein Material, das herkömmliche, auf fossilen Brennstoffen basierende Kunststoffe ersetzt und gleichzeitig eine nahezu identische Leistung erbringt? Unsere Lösung müsste eine vergleichbare Qualität und Reinheit sowie mechanische und organoleptische Eigenschaften aufweisen wie aktuelle Polymere. Gleichzeitig müsste sie den bestehenden gesetzlichen Anforderungen und Biokompatibilitätsbedingungen entsprechen sowie ein erneutes regulatorisches Zulassungsverfahren vermeiden

Weg frei für neue Kunststoffe

Die meisten handelsüblichen Zahnbürsten bestehen ganz oder größtenteils aus synthetischen Materialien. Viele haben Nylonborsten und Kunststoffgriffe, die aus Materialien wie Polypropylen oder thermoplastischen Elastomeren hergestellt sind. Solche Materialien sind in der Regel nicht recycelbar, lassen sich nur schwer mit anderen Verfahren recyceln oder werden einfach nicht zu Recyclingstellen gebracht. Infolgedessen landen viel zu viele von ihnen auf Mülldeponien oder gelangen ins Meer. Dort dauert es Hunderte von Jahren, bis sie abgebaut sind. 

Angesichts der stetig steigenden Plastikproduktion – nach Angaben der UN sind es 400 Millionen Tonnen pro Jahr[1] – wird es immer dringlicher, Wege zur Verringerung der Umweltauswirkungen zu finden. Der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt darin, so wenig neu erzeugte Kunststoffe wie möglich zu verwenden. Gleichzeitig ist es wichtig, einen kreislaufwirtschaftlichen Ansatz für alle produzierten Kunststoffe zu verfolgen, indem sie als Ressource und nicht als Abfall betrachtet werden.

Verantwortungsbewusste Hersteller haben daher begonnen, ihren Ansatz zu überdenken. Sie suchen nach Materialien, die den gleichen Komfort, die gleiche Vielseitigkeit und die gleiche Wirtschaftlichkeit bieten wie herkömmliche Kunststoffe – während sie die gesetzlichen Anforderungen der Medizin- und Gesundheitsindustrie erfüllen und gleichzeitig bessere Nachhaltigkeitsergebnisse liefern. 

IMCDs Sustainable Solutions

Wir arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen. Dabei bringen wir unsere Expertise ein, um gemeinsam innovative nachhaltige Produkte für den medizinischen Einsatz zu entwickeln.  

Unsere Biokunststoffe unterstützen den Massenbilanz-Ansatz. Produzenten können so schrittweise auf nachhaltige Rohstoffe umsteigen und diese in der Regel in bewährte Formulierungen, bestehende Herstellungsverfahren und Anlagen einsetzen.  

IMCD Deutschland, Benelux, Schweden und Frankreich sind nach ISCC PLUS (International Sustainability & Carbon Certification) zertifiziert. ISCC Plus ist die weltweit führende Zertifizierung für nachhaltige Rohstoffe und recycelte Materialien in der chemischen Industrie. Mit der Zertifizierung gewährleisten wir unseren Kunden, dass wir Materialien aus erneuerbaren und umweltfreundlichen Quellen anbieten, die die Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen.  


KONTAKT
Jana Zietzling

Head of Product Management Medical, Advanced Materials
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IMCD-Wissenschaftler trägt Tshirt mit Aufdruck Sustainable Solutions

Vom Altspeiseöl zur Zahnbürste

Polymere aus nachwachsenden Rohstoffen sind Teil des IMCD-Portfolios. Diese Polyolefinprodukte werden aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt und bieten die gleiche Materialleistung wie herkömmliche Polyolefine, sind aber von fossilen Rohstoffen entkoppelt.

Diese innovativen Produkte werden in verschiedenen Branchen eingesetzt und eignen sich gut für Anwendungen in der Medizintechnik.

Unsere Aufgabe war es zu prüfen, ob sich das nachhaltige Material auch für eine Zahnbürste eignet. Und wenn ja, ob unser Lieferant die erforderlichen Mengen bereitstellen konnte?

Unser Experten-Team hat verschiedene Optionen aus unserem Netzwerk von Herstellern geprüft. Eine davon, das Drop-in-Polypropylen, erwies sich als besonders vielversprechend. Es wird aus einer Reihe von erneuerbaren Quellen der zweiten Generation gewonnen, wie z. B. aus gebrauchtem Speiseöl, das in der Lebensmittelindustrie und in Restaurants gesammelt wird, aus Non-Food-Kulturen oder aus Abfällen und Rückständen der Pflanzenölraffination.

Wie so oft in einem Geschäft, in dem Beziehungen und Netzwerken entscheidend sind, konnten wir erfolgreich sein, durch

  • unsere enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und Kunden,
  • unser tiefgreifendes Verständnis von Produkten und deren speziellen Anforderungen im Medizin- und Gesundheitsbereich
  • unsere konstant zielorientierte und zuverlässige Herangehensweise.

Nachhaltige Lösung im Fokus

Kurz nach Eingang der Anfrage haben wir einen Proof of Concept entwickelt. Der Prototyp zeigte, dass Polymere aus erneuerbaren Quellen eine Materiallösung für Anwendungen in der Medizin und im Gesundheitswesen sein können.

Diese Lösung hilft unseren Kunden, fossile Ressourcen einzusparen und damit den ökologischen Fußabdruck erheblich zu verringern. Zusätzlich zur verringerten Abhängigkeit von nicht-erneuerbaren Ressourcen kann der Hersteller nun einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft machen.

Die Vorteile von biobasierten Polymeren gehen weit über ein einzelnes Unternehmen hinaus. Wir können jetzt nicht nur Zahnbürsten aus biobasierten Materialien herstellen, sondern diese Technik kann auch auf zukünftige Produktgenerationen in kunststoffintensiven Branchen ausgeweitet werden.

Die neue bio-kreislauforientierte Materiallösung ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft. "Es ist eine Innovation, die im wahrsten Sinne des Wortes nach einer Nachahmung und Ausbreitung ruft", sagt Steffen Müller, Advanced Materials Deutschland - Business Development Manager Healthcare bei IMCD Deutschland.

Fordern Sie uns heraus, Lösungen neu zu denken

IMCD verfügt über fast 30 Jahre Erfahrung bei der Lösung von Herausforderungen in den Bereichen Produktformulierung, Materialversorgung und Produktionsprozesse. Dank unserer erfahrenen Experten, unserer breiten Produktpalette und unseres fundierten technischen Wissens schaffen wir neue Möglichkeiten für Hersteller, um revolutionäre neue Produkte zu entwickeln. Wir bei IMCD Advanced Materials fragen uns nach jeder spannenden Herausforderung aufs Neue: "What’s next?".

Möchten Sie wissen, wie wir die Umweltverträglichkeit auch Ihrer Produkte verbessern können? Sprechen Sie uns gerne noch heute an!

 

 

Quellen:
1. Plastic Pollution - (Updated in April 2022) - Our World in Data

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